Unser Selbstverständnis

Dieses Selbstverständnis beschreibt unsere Identität, die Vision, die wir von unserer Arbeit haben und teilen, wie auch unser Vorgehen. Zudem beschreibt es die Besonderheiten, die wir als Hamburger DSC wahrnehmen.

Wer sind wir?

Wir sind ein DSC (DiEM25 Spontaneous Collective), ein freier und unabhängiger Zusammenschluss von Menschen, die sich für das Projekt der paneuropäischen Bewegung DiEM25 begeistern. Das „Hamburg 1 DSC“ hat sich erstmals im April 2016 zusammengefunden und ist eine offene und heterogene Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, verschiedener Herkunft und Lebenssituationen.

Wir teilen eine gemeinsame demokratische Grundeinstellung und stehen für ein selbstbestimmtes und solidarisches Miteinander. Letzteres verstehen und fordern wir, im Sinne des DiEM25-Manifestes, lokal, regional und global.

Unsere Motivation ist der gemeinsame Wunsch nach einem transparenten, demokratischen und solidarischen Europa. Wir unterstützen DiEM25 in dem Ziel, eine demokratisch verfasste, europäische Verassung zu erarbeiten und in Kraft zu setzen. Die Überwindung der Nationalstaatlichkeit sehen wir als zivilisatorisches Projekt und sind davon überzeugt, dass nur so die Krisen innerhalb der EU überwunden werden können.

Was sind unsere Ziele?

Als Grundlage einer Demokratie bzw. einer demokratischen Kultur sehen wir die öffentliche und konstruktive Auseinandersetzung über politische Inhalte. Um eine demokratische Willensbildung in eine konkrete gesamteuropäische Politik zu übersetzen, fehlt gegenwärtig die nötige demokratische Struktur. Dies sehen wir als einen Hauptauslöser der gegenwärtigen Krisen in der EU. Wir sehen DiEM25 als realistische Möglichkeit, diese demokratische Struktur in Europa zu verwirklichen.

Als DSC fördern wir daher den demokratischen Diskurs um ein europäisches Selbstverständnis. Insbesondere im Hinblick auf dieses Selbstverständis möchten wir die öffentliche Wahrnehmung von DiEM25 verbreiten. Dabei setzen wir auch einen Schwerpunkt auf die Auseinandersetzung über europäische Themen und die Einbettung lokaler Inhalte in einem europäischen Gesamtkontext. Dafür leisten wir einen Beitrag zur Ausarbeitung der Progessiven Agenda von DiEM25, wobei wir versuchen, lokal so viele Menschen wie möglich in die Ausarbeitung mit einzubeziehen.

Hierzu knüpfen wir Kontakte zu lokalen Netzwerken, organisieren Veranstaltungen und Aktionen bzw. nehmen an solchen im Namen von DiEM25 teil. Bei der Umsetzung unserer Veranstaltungen und Aktionen legen wir Wert auf neue soziale Formen, die weniger hierarchisch und zentralistisch funktionieren. Denn als Problem gängiger Formate sehen wir eine starke ExpertInnen-lastigkeit. Diese führt unserer Meinung nach häufig zu einer Deutungshoheit besagter ExpertInnen und einer Entmündigung aller Anderen – in der Konsequenz eines bloßen Konsums politischer Inhalte. Mit der Entwicklung und Anwendung neuer Formate versuchen wir, die Menschen einzuladen mitzugestalten und sich aktiv in den Diskussionen mit einzubringen.

Zudem setzen wir uns zum Ziel, Strukturen zu schaffen, die es den Menschen in Hamburg und Europa ermöglicht, sich in Selbstermächtigung an politischen Prozessen zu beteiligen – also Demokratie lokal umsetzen. Hierzu unterstützen wir die Schaffung einer maximalen Subsidiarität, welche wir duch eine europaweite Vernetzung fördern wollen.

Wie stehen wir zu Hamburg?

Wir agieren hauptsächlich in Hamburg und Umgebung, nehmen aber auch an überregionalen und paneuropäischen Kampagnen und Veranstaltungen teil.

Hamburg als Stadtstaat, Hafenstadt und Metropolregion sehen wir in einer besonderen Verantwortung bei der Entwicklung eines neuen Europas. So hat Hamburg durch seine historische Entwicklung einen großen politischen und gesellschaftlichen Einfluss – nicht nur in Deutschland. Mit dem Hafen stellt es eine Schnittstelle zum globalen Handel dar. Hamburg hat zudem eines der höchsten Einkommen pro Einwohner in Europa und kämpft gleichzeitig mit wachsenden sozialen Ausgrenzungen, z.B. auf dem Wohnungsmarkt, die auch viele andere Metropolregionen betrifft.

Im Rahmen unserer DSC-Arbeit möchten wir daher einen Bezug zwischen europäischen Themen bzw. der DiEM25-Agenda und lokalen Problemen herstellen. Dazu wollen wir uns mit Gruppen und Initiativen aus anderen Ländern und Regionen vernetzen, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Außerdem wollen wir bei unseren Veranstaltungen auch auf regionale Lösungen für Probleme hinweisen, die bereits geschaffen wurden.

Wie arbeiten wir?

Um einen gewalt- und hierarchiefreien, offenen sowie respektvollen und solidarischen Umgang miteinander zu realisieren, möchten wir uns an den selbsterarbeiteten Leitfaden unseres DSC’s halten und ihn in unserer Arbeit anwenden. Der Leitfaden umfasst Ablauf und Struktur unserer Treffen und definiert konkrete Aufgaben und Funktionen innerhalb der Gruppe, um einen produktiven und transparenten Arbeitsprozess zu ermöglichen und die jeweiligen AnsprechpartnerInnen zu benennen.